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Ernährung und Kopfschmerz

Die Richtige Ernährung gegen den Kopfschmerz

 

DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG GEGEN DEN KOPFSCHMERZ 

Eine bewusste Ernährung kann der Entstehung von Kopfschmerzen vorbeugen. Wer sich bewusst ernährt, sollte aber nicht allein auf die Auswahl der Speisen achten, sondern auch seinen Tagesablauf möglichst gut planen. Migränepatienten profitieren von einem regelmäßigen Tagesablauf, der Störanfälligkeiten im Energiehaushalt reduziert und einen konstanten Energieverbrauch ermöglicht.

Die Richtlinien der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) helfen, die Ernährung zu planen. Nicht nur für Migränepatienten empfiehlt es sich, vollwertige Kohlenhydrate zu sich zu nehmen (z. B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Zucchini). Insbesondere bei morgendlichen Migräneanfällen ist es hilfreich, am späteren Vorabend einen Müsliriegel zu essen, um nicht in einen energetischen Mangel zu kommen. Die DGE hat sogenannte Haupt-Ernährungsregeln aufgestellt: vielseitig – aber nicht zu viel; weniger Fett und weniger fettreiche Lebensmittel; würzig, aber nicht zu salzig; wenig Süßes; mehr Vollkornprodukte; reichlich Gemüse, Kartoffeln und Obst; weniger tierisches Eiweiß; Trinken mit Verstand; öfter kleine Mahlzeiten; schmackhaft und nährstoffschonend zubereitet.

Die Basis stellt immer eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dar. Für Migränepatienten kann es hilfreich sein, die Flüssigkeitszufuhr auf 3 Liter pro Tag zu erhöhen. Im besten Fall sollte reines Wasser, Saftschorle oder Kräutertee getrunken werden. Viele Menschen nehmen insbesondere während der Arbeit Flüssigkeit in Form von Kaffee zu sich. Koffein bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, wodurch körperliche und geistige Aktivität begünstigt werden. Dementsprechend wird durch erhöhten energetischen Umsatz zunächst Kopfschmerz verhindert, nach Beendigung der Koffeinzufuhr tritt jedoch Müdigkeit auf und Kopfschmerz kann entstehen. Daher ist es wichtig, Koffein über den Tag verteilt und in geringerer Dosis zuzuführen und darauf zu achten, dass weitere Nahrungsmittel kein Koffein enthalten. 4 Tassen Kaffee pro Tag werden medizinisch als vertretbar angesehen, sofern eine Koffeingesamtdosis von 200 mg nicht überschritten wird (1 Tasse schwach konzentrierter Kaffee enthält 30mg Koffein, eine mittlere Dosierung entspricht 50 mg Koffein). Besondere Vorsicht ist bei koffeinhaltigen Medikamenten geboten. Diese sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Weitere Substanzen, die in Zusammenhang mit der Entstehung oder dem Triggern von Kopfschmerzattacken genannt werden, sind Natriumglutamat, Pökelsalze sowie die Aminosäuren Tyramin und Phenylalanin.

Tyramin kommt in höherer Konzentration u. a. in Nüssen, Zitrusfrüchten, Feigen, Rosinen und Sojabohnen vor. Es kann eine Erschöpfung des Botenstoffes Noradrenalin verursachen, wodurch die Gefäßregulation gestört wird. Dieser Mechanismus kann Kopfschmerzen auslösen. Phenylalanin ist in höherer Konzentration, wie Tyramin auch, in der Schokolade vorzufinden. Es stört ebenfalls die Gefäßregulation im zentralen Nervensystem und kann auf diesem Wege Kopfschmerzattacken auslösen. Neben den bereits erwähnten Blutzuckerschwankungen kann ein Mangel an Eisen und Magnesium Kopfschmerzen auslösen. Hier gilt es auch, auf die Ausgewogenheit der Ernährung zu achten und im speziellen Fall eine zusätzliche Einnahme anzustreben.

Zu guter Letzt eine besondere Variante des Kopfschmerzes, die einem Teil der Bevölkerung bekannt ist: der Eiscremekopfschmerz. Dies ist ein Schmerz, der durch eiskalte Speisen und Getränke im Bereich von Gaumen und Stirn, sowie ggf. im Bereich der Wangen und Ohren verursacht wird. Eigentlich handelt es sich um einen eigenständigen und reversiblen Kopfschmerz, der jedoch auch Migräneattacken triggern kann. Eine Arbeitsgruppe des neurologischen Instituts der Universität Halle/Saale stellte fest, dass dieser Kopfschmerz stärker durch das Trinken von Eiswasser verursacht wird als durch den Verzehr von Eiscreme. Ferner konnten zwei Schmerzsubtypen identifiziert werden: mit und ohne Tränenfluss (die Autoren interpretierten dies als Hinweis für eine Beteiligung des Nervus trigeminus). Kurz gefasst: Eiswasser (Shakes etc.) meiden – Sahne-Eis mit Bedacht genießen, dann fließt auch keine Träne!

 

  • 1. Spigt M, Weerkamp N, Troost J, van Schayck CP, Knottnerus JA. A randomizedtrial on the effects of regular water intake in patients with recurrent headaches. Fam Pract. 2012 Aug; 29(4): 370–5. doi: 10.1093/fampra/cmr112. Epub 2011 Nov 23.

    2. Roberts CJ, Campbell IC, Troop N. Increases in weight during chronic stress are partially associated with a switch in food choice towards increased carbohydrate and saturated fat intake. Eur Eat Disord Rev. 2014 Jan; 22(1): 77–82. doi: 10.1002/erv.2264. Epub 2013 Oct 4.

    3. Stroebele-Benschop N, Dieze A, Hilzendegen C. First come, first served. Does pouring sequence matter for consumption? Appetite. 2016 Oct 1; 105: 731–6. doi:10.1016/j.appet.2016.07.011. Epub 2016 Jul 11.

    4. Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) – dge.de.

    5. Göbel, Hartmut: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. 8. Auflage Berlin/Heidelberg. 2016. doi: 10.1007/978-3-662-50493-2.

    6. Mages S, Hensel O, Zierz AM, Kraya T, Zierz S. Experimental provocation of 'ice-cream headache' by ice cubes and ice water. Cephalalgia. 2017 Apr; 37(5): 464–469. doi: 10.1177/0333102416650704. Epub 2016 May 19.

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